Gemeinsamer Aufruf der Sozialpartner der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie

Heute auch an morgen denken - Fachkrfte fr die Metall- und Elektro-Industrie sichern!

(22.10.2020) Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben viele Betriebe vor schwierige Herausforderungen gestellt ? von der Einhaltung notwendiger Schutzvorschriften bis hin zur Organisation der Kurzarbeit auf Grund fehlender Nachfrage und einer massiven Unterauslastung der Kapazitten. Die Betriebsparteien haben in dieser Situation vielfach pragmatische Lsungen gefunden. Dafr mchten wir ihnen ausdrcklich danken und sind uns sicher, dass wir auch die weiteren Herausforderungen gemeinsam meistern werden.

Zu diesen Herausforderungen gehrt auch die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Auf der einen Seite sehen sich Betriebe teilweise gezwungen, krisenbedingt die Zahl ihrer Ausbildungspltze anzupassen, auf der anderen Seite gibt es aber auch eine sprbare Zurckhaltung bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Dabei spielen die pandemiebedingte eingeschrnkte bergangsgestaltung und Berufsorientierung an den Schulen sowie die ausgefallenen Prsenzveranstaltungen wie Ausbildungsbrsen und Berufswahlmessen eine wesentliche Rolle.

Der vor der Corona-Krise bestehende Fachkrftemangel wird noch viele weitere Jahre ein Wachstumshemmnis in der Industrie bleiben. Die Auszubildenden des Jahrgangs 2020 sind die Fachkrfte, die 2023 stark gesucht sein werden. Die Tarifparteien werben bei den Betrieben daher darum, die bisher noch nicht besetzten Ausbildungsstellen nach ihren Mglichkeiten zu besetzen und die Jugendlichen verstrkt ber soziale Medien oder digitale Formate anzusprechen. Es mssen alle Bemhungen unternommen werden, auf diese Weise auch 2021 ein mglichst hohes Ausbildungsniveau zu sichern.
Die Bundesregierung hat darber hinaus mit dem Schutzschirm fr Ausbildung finanzielle Anreize geschaffen, um Betriebe dabei zu untersttzen, weiterhin oder erstmalig auszubilden.

IG Metall Kste und NORDMETALL rufen die Jugendlichen auf, sich fr eine duale Ausbildung zu entscheiden. Die Metall- und Elektroindustrie steht mit ihren Betrieben fr eine hochqualifizierte und herausfordernde Ausbildung in Berufsfeldern, die auf viele Jahre intensiv nachgefragt werden.

Die Tarifvertragsparteien sind sich darin einig, dass die duale Ausbildung eine international anerkannte Strke der deutschen Wirtschaft ist. Sie sichert die Ausbildung hochqualifizierter Fachkrfte und damit die Innovationskraft der Unternehmen. Die M+E-Industrie sichert sich damit einen klaren Standortvorteil im globalen Wettbewerb. Das duale System stellt eine hohe Beschftigungsfhigkeit sicher. Die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist deshalb auch ein Erfolg des dualen Systems.

Wir appellieren an die Unternehmen, weiter in die duale Ausbildung zu investieren, und bitten die Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu untersttzen. Es geht auch darum, nach der Krise dynamisch und kraftvoll durchzustarten, um den anstehenden Strukturwandel zu gestalten.