Gewerkschaft legt Ergebnisse der jhrlichen Schiffbauumfrage vor

IG Metall Kste fordert, den Substanzverlust auf den Werften zu stoppen

(20.10.2021) Die IG Metall Kste hat Politik und Unternehmen aufgefordert, den Substanzverlust im Schiffbau zu stoppen. Nach einer aktuellen Befragung von Betriebsrten im Auftrag der Gewerkschaft sind innerhalb eines Jahres rund 1500 Arbeitspltze auf den Werften verloren gegangen. Das sind weniger als befrchtet, allerdings sind die Aussichten fr die Branche insgesamt weiterhin durchwachsen und jeder dritte Betrieb rechnet mit einem Job-Abbau.

"Wir kmpfen um jeden Arbeitsplatz und jeden Standort. Nur so konnten wir bisher ei-nen Kahlschlag verhindern und den Schiffbau als industriellen Kern in Deutschland erhalten", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Kste. Wichtigstes Instrument dabei sei die Kurzarbeit, von der laut der Befragung etwa die Hlfte aller Werftbeschftigten in den vergangenen zwlf Monaten betroffen war. Die IG Metall fordert, da-raus ein Transformationskurzarbeitergeld zu entwickeln, das neben dem Lohnersatz auf Qualifizierungen und Umschulungen setzt. "Auch im Schiffbau brauchen Beschftigte und Unternehmen gengend Zeit fr einen fairen Wandel", so der IG Metall-Bezirksleiter.

Perspektiven fr die Branche sieht die Gewerkschaft in klimafreundlichen oder klima-neutralen Antrieben, in der Entwicklung und dem Bau von Plattformen und neuen Schiffstypen fr die Offshore-Windindustrie und der Produktion und dem Transport von Wasserstoff oder anderen grnen Treibstoffen. "Deutschland und Europa mssen hier eine Vorreiterrolle einnehmen und drfen die Zukunft des Schiffbaus nicht allein China, Korea und anderen asiatischen Staaten berlassen", sagte Friedrich.

Um die Krise zu berwinden, sei auerdem entscheidend, die Finanzierung der Schiffbauauftrge mit staatlicher Untersttzung zu sichern. "Finanzielle Hilfe drfen aber nur Unternehmen bekommen, die Arbeitspltze und Standorte erhalten", so der IG Metall-Bezirksleiter mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen im Bund. Die Gewerkschaft verlangt von SPD, Grnen und FDP darber hinaus, gegen den Missbrauch von Werkvertrgen im Schiffbau vorzugehen. "Tariflich abgesicherte Stammarbeitskrfte drfen nicht durch Beschftigte mit Werkvertrag ersetzt werden."

Besonders drastisch betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern. Innerhalb eines Jahres ist ein Viertel der Arbeitspltze auf den Werften weggefallen. Grund ist vor allem der Einbruch im Bau von Kreuzfahrtschiffen, der den MV Werften in Rostock, Stralsund und Wismar sowie der Rostocker Neptun Werft zu schaffen macht. "Der Erhalt der maritimen Industrie muss fr die knftige Landesregierung oberste Prioritt haben. Mit vollem Einsatz mssen Politik und Verwaltung gemeinsam mit Unternehmen und IG Metall an Perspektiven fr Arbeitspltze und Standorte in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten?, sagte Friedrich.

Die 31. Schiffbauumfrage, die die Agentur fr Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der IG Metall Kste durchgefhrt hat, umfasst insgesamt 43 Unternehmen. Diese zhlten zum Stichtag am 1. September 2021 insgesamt 16.653 Beschftigte.

:: Schiffbauumfrage 2021 als pdf (PDF | 974 KiB)



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