IG Metall Kste: 70 Prozent der Betriebe von Kurzarbeit betroffen

Bezirksleiter Friedrich: "Unterstützung für die Unternehmen muss auch bei den Beschäftigten ankommen"

(26.04.2020) Die Kurzarbeit ist in Norddeutschland weiter auf dem Vormarsch. Inzwischen sind fast 70 Prozent der Betriebe im Organisationsbereich der IG Metall Kste, zu dem die Metall- und Elektroindustrie, die Stahlindustrie, die Textilbranchen und einige Hand-werke wie das Kfz-Gewerbe gehren, in Kurzarbeit oder planen diese in nchster Zeit. Das ist das Ergebnis einer Befragung der IG Metall Kste, die 485 Firmen mit 190.506 Beschftigten aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein erfasst. Mit ber 90 Prozent ist der Anteil der von Kurzarbeit betroffenen Unternehmen im nordwestlichen Niedersachsen besonders hoch. Mit Blick auf die globalen Mrkte ist mit keiner raschen Erholung zu rechnen.

"Der berwiegende Teil der Beschftigten ist in Kurzarbeit null. Die Beschftigten werden in vielen Unternehmen ber Monate in Kurzarbeit sein. Die Einbuen sind gro. Deshalb sind die Beschftigten auf Aufstockungen durch die Arbeitgeber oder den Gesetzgeber angewiesen", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Kste. "Da hilft auch die von CDU/CSU und SPD im Koalitionsausschuss beschlossene Neuregelung, die nur durch den Druck der Gewerkschaften zustande gekommen ist." Friedrich warnte in diesem Zusammenhang vor eine Verwsserung der beschlossenen Regelungen. "Es ist mehr als zynisch, dass der CDU-Wirtschaftsrat oder Gesamtmetall staatliche Hilfen fr die Unternehmen fordern, aber die Beschftigten im Regen stehen lassen wollen. Das ist weder christlich noch sozialpartnerschaftlich", so Friedrich

Die IG Metall Kste sieht erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen durch die Corona-Krise. In 64 Prozent der Betriebe ist die Auftragslage laut der Befragung auf Krisenniveau oder sogar komplett eingebrochen. In mehr als 60 Prozent der Unternehmen ist die Lieferkette gefhrdet oder bereits gestrt. "Gemeinsames Ziel mit Politik und Unternehmen muss auch in dieser Krise sein, die Arbeitspltze und Standorte zu sichern. Neben Kurzarbeit werden dazu Arbeitszeitkonten, Urlaub und unsere tariflichen Regelungen wie die Umwandlung von Geld in zustzliche freie Tage genutzt", so IG-Metall-Bezirksleiter Friedrich. "Personalabbau ist in den Unternehmen bisher kaum ein Thema. Befristete Vertrge werden allerdings vermehrt nicht mehr verlngert. Auerdem melden die Firmen immer mehr Werkvertragsbeschftigte und Leiharbeiter ab."

Angespannt ist auch die finanzielle Lage der Unternehmen. In etwa neun Prozent bestehen bereits Liquidittsengpsse, 14 Prozent erwarten diese in den nchsten vier bis sechs Wochen. In fnf Prozent der Betriebe sehen die Arbeitnehmervertreter in den nchsten Monaten eine akute oder hohe Insolvenzgefahr. "Die massive Untersttzung von Bund und Lndern durch die unterschiedlichen Frderprogramme ist richtig. Entscheidend ist, dass diese auch bei den Beschftigten ankommt und Arbeitspltze sowie Einkommen sichert", sagte Friedrich.

Der Gewerkschafter fordert ein sozialpartnerschaftliches Vorgehen in der Krise. "Wir sind im engen Austausch mit Arbeitgebern, Arbeitsagenturen und Landesregierungen. Wir brauchen jetzt passgenaue Hilfen fr die jeweiligen Branchen anstelle von weiteren pauschalen Programmen oder Steuersenkungen." Vorstellbar sind fr ihn auch weitere Vereinbarungen mit den Arbeitgebern: "Mit Nordmetall haben wir bereits tarifpolitische Regelungen wie Krisen-Arbeitszeitkonten und einen Solidartopf fr Hrte-flle bei Kurzarbeit umgesetzt. Wir werden zeitnah ber weitere Instrumente diskutieren und entscheiden", so Friedrich.



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